Menschen hinter Stock/Art

Zwei Perspektiven, ein wachsendes Archiv.

Christine Stock
Christine Stock · Künstlerin
01 · Künstlerin

Christine Stock

Malerei zwischen Natur, gelebter Erfahrung und innerer Bewegung.

Christine Stock schafft abstrakte Malerei, geprägt von einer frühen Nähe zur Natur, langjährigen Begegnungen in der Erwachsenenbildung und einer lebenslangen Auseinandersetzung mit Kunst. Ihre Werke übersetzen gelebte Erfahrung in vielschichtige Felder aus Farbe, Rhythmus und emotionaler Spannung.

Sie arbeitet intuitiv und ohne festgelegtes Bild. Farbe, Form und Geste entwickeln sich im Dialog; Schichten werden aufgebaut, unterbrochen und überarbeitet, bis jedes Werk eine eigene innere Bewegung entfaltet. Abstraktion wird dabei zum offenen Raum für Erinnerungen und Assoziationen.

Seit ihrem Eintritt in den Ruhestand widmet sie sich vollständig der Malerei. Bei Stock/Art bleibt das physische Werk stets der Ursprung. Digitale Interpretationen können es in Zeit und Bewegung erweitern, ohne seine materielle Eigenständigkeit zu ersetzen.

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Ich bin in Tauberbischofsheim aufgewachsen, in enger Verbindung zur Natur und zu Tieren. Mein Vater, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, unterhielt eine Vogelaufzuchtstation. Die unmittelbare Nähe zu Tieren, ihren Bewegungen und ihrer Verletzlichkeit prägte früh meine Wahrnehmung. Natur war für mich nie nur eine Kulisse, sondern etwas Lebendiges, mit dem der Mensch in Beziehung steht.

Nach meinem Lehramtsstudium war ich über viele Jahre in der Erwachsenenbildung mit medizinischem Schwerpunkt tätig. Die Begegnung mit unterschiedlichsten Menschen, Lebenswegen und Perspektiven wurde zu einem wichtigen Teil meiner eigenen Entwicklung. All diese Erfahrungen wirken in meiner Kunst fort. Meine Bilder sind emotional und vielschichtig – sie sind Ausdruck der Welt, wie ich sie wahrnehme und erlebe.

Die Verbindung zur Kunst war dabei immer vorhanden. Bereits in der Schule belegte ich den Kunst-Leistungskurs. Es folgten Jahrzehnte des eigenständigen Studiums künstlerischer Ausdrucksformen aus verschiedenen Kulturen und Epochen. Der Besuch unzähliger Ausstellungen und Museen – darunter das Museum of Modern Art in New York – sowie der Austausch mit Kunstschaffenden aus aller Welt erweiterten meinen Blick immer wieder neu.

Nach dem Eintritt in den Ruhestand entstand schließlich der Raum, mein Wirken vollständig der Kunst zu widmen.

Ich arbeite intuitiv. Am Anfang eines Bildes steht selten ein fertiger Plan. Farbe, Form und Bewegung treten miteinander in Beziehung und weisen den Weg. Ein Werk entwickelt seine eigene Dynamik; ich folge ihr, greife ein, verwerfe und überlagere. Für mich besitzt die Abstraktion die Kraft, das unmittelbar Gegenständliche und Weltliche zu überwinden. Sie kann innere Zustände sichtbar machen, für die Sprache allein nicht ausreicht.

Meine Arbeiten wollen keine eindeutigen Antworten geben. Sie öffnen Räume, in denen persönliche Erinnerungen, Empfindungen und Assoziationen entstehen dürfen. Was ich in ein Bild hineinlege, muss nicht dasselbe sein, was ein anderer Mensch darin entdeckt. Gerade in dieser Offenheit liegt für mich die Lebendigkeit der Kunst.

Auch künstliche Intelligenz begreife ich nicht als Feind menschlicher Kreativität. Sie ist ein Gegenüber – ein Werkzeug und zugleich eine neue Form des Dialogs. In der Co-Creation von Mensch und Maschine kann etwas entstehen, das keiner von beiden allein hätte erschaffen können. Wenn das physische Bild in Bewegung, Zeit und Klang weitergeführt wird, verliert es nicht seinen Ursprung. Es eröffnet vielmehr eine zusätzliche Ebene des Erlebens: eine neue Wirklichkeit, die zuvor undenkbar war.

Prof. Dr.-Ing. Simon Stock
Bildquelle: TH Rosenheim ↗
02 · Konzept & digitale Interpretation

Prof. Dr.-Ing. Simon Stock

Künstliche Intelligenz als kreatives Gegenüber menschlichen Ausdrucks.

Prof. Dr.-Ing. Simon Stock ist Professor und leitet das Labor für Eingebettete Künstliche Intelligenz und Mensch-Maschine-Schnittstellen an der Technischen Hochschule Rosenheim. Seine Arbeit beschäftigt sich mit künstlicher Intelligenz, Virtual Reality und interaktiven Systemen – und mit der Frage, wie Technologie die menschliche Wahrnehmung und neue kreative Möglichkeiten erweitern kann.

Für Stock/Art entwickelt er das digitale Konzept und die bewegten Interpretationen von Christine Stocks Malerei. Im engen Dialog mit der Künstlerin führt er die physischen Werke mithilfe generativer KI und Animation in Zeit und Bewegung fort, ohne ihre Eigenständigkeit zu ersetzen. So wird Stock/Art zum Begegnungsraum zwischen intuitivem menschlichem Ausdruck und den kreativen Möglichkeiten der Maschine.

Offizielles Profil an der TH Rosenheim